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Ein neues Ich: zwischen Muttersein und Berufstätigkeit – über Werte, Selbstwert und die Kunst, sich neu zu finden

Die letzten acht Monate haben mein Leben in einer Intensität verändert, wie ich es mir vorher nicht hätte vorstellen können. Mit der Geburt meines Kindes hat sich nicht nur mein Alltag, sondern auch mein innerstes Erleben verschoben.

Plötzlich war da eine neue Rolle – Mutter – die so umfassend und tiefgehend ist, dass sie mich auf allen Ebenen herausgefordert und gleichzeitig unendlich bereichert hat.


Und kaum hatte ich begonnen, mich in dieser neuen Rolle zurechtzufinden, spürte ich ein weiteres Bedürfnis in mir: den Ruf, wieder in mein berufliches Wirken zurückzukehren.

Der Teil in mir, der gestalten, begleiten und Sinn schaffen möchte, wurde immer lauter – und nun freue ich mich, wieder etwas außerhalb meiner Mutterrolle zu erschaffen.


Denn ich bin nicht nur Mutter.

Ich bin auch Frau, Partnerin, Freundin, Marketerin, Unternehmerin und psychosoziale Beraterin. All diese Facetten sind Teil meines Seins. Die Herausforderung besteht darin, sie miteinander zu verweben, ohne sich selbst zu verlieren – sondern in jeder Rolle ein Stück des eigenen authentischen Ichs zu leben.


Meine Werte als Kompass

Gerade in dieser intensiven Zeit waren meine Werte mein innerer Anker – sie haben mir geholfen, mich immer wieder zu orientieren:


  • Authentizität: Mir selbst treu zu bleiben, auch wenn sich vieles verändert. Besonders im ersten Jahr als Mutter ist das eine tägliche Herausforderung.

  • Wachstum mit Selbstliebe: Aus jeder Unsicherheit etwas zu lernen – und mir selbst mit Milde zu begegnen, wenn Dinge anders laufen als geplant.

  • Verbundenheit: Beziehungen tiefer zu leben – mit meinem Kind, meinem Mann, aber auch mit mir selbst und meinem beruflichen Wirken.


Diese Werte sind nicht nur Worte – sie sind Richtungen, in denen ich mich bewege, wenn mein Leben sich neu sortiert.


Die Arbeit mit Persönlichkeitsanteilen

Ein wichtiger Teil meiner eigenen Weiterentwicklung war, meine inneren Anteile zu verstehen: Die fürsorgliche Mutter, die ehrgeizige Unternehmerin, die Ehefrau, die Freundin – sie alle wollen Raum bekommen.

Früher habe ich versucht, sie voneinander zu trennen. Heute lerne ich, sie in den Dialog zu bringen. Das hat mir inneren Frieden geschenkt – und gezeigt, dass alle Teile in mir dasselbe Ziel haben: Ein erfülltes, stimmiges Leben im Einklang mit meinen Werten.


Vom Rollen-Spagat zur Selbstannahme

Ich habe erkannt, dass es nicht darum geht, perfekt zu funktionieren – sondern sich selbst in jeder Lebensphase anzunehmen.

Selbstwert entsteht, wenn wir uns erlauben, alle Facetten unseres Seins zu leben – ohne uns für eine davon zu verurteilen.


Diese Erkenntnis ist tief mit meiner Arbeit verbunden: Denn genau das begleite ich bei anderen Menschen – den Mut, sich neu zu definieren, sich wiederzufinden und nach den eigenen Werten zu leben.


Heute fühlt es sich für mich an wie eine Wiedergeburt: Nicht zurück in mein altes Ich, sondern hinein in ein gereiftes, bewussteres Ich.

Ich bin bereit, wieder zu wirken – mit neuem Blick, vertiefter Erfahrung und derselben Leidenschaft für das, was ich tue.


Denn Muttersein und Selbstständigkeit sind kein Widerspruch. Sie sind – richtig gelebt – eine Einladung, sich immer wieder neu zu erfinden.

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